Trottoir online Mai 2013

Trottoir online Mai 2013

Aktuelle Kritik – Theater KuckAn

 Auch Harmonie kann Gegenstand des Gelächters sein – von Verena Joos

„Wellness und andere Missgeschicke“ heißt die neueste Produktion des Theater KuckAn mit Sitz in Niedenstein, die im Kasseler Kulturhaus Dock 4 eine überschwänglich bejubelte Premiere feierte. 50 Prozent des Theaters bestehen aus Paul (alias Michael Fickinger), Markenzeichen: rote Melone und zwei Hände, die auf unterschiedlich rollenkompatible Weise

unterschiedliche Gegenstände durch die Luft wirbeln. Die restlichen 50 Prozent steuert Anneliese (alias Susanne Götze) bei, Markenzeichen: Paradekissenfrisur Brummkreiselkleid, sonniges Gemüt und ein machtvoller Drang zur Weiterbildung.

Paul und Anneliese sind ein Herz und eine Seele, und einen erklecklichen Anteil ihrer Pointen schürfen sie – für ein Duo durchaus ungewöhnlich – aus dem Goldschatz ihrer harmonierenden Zweierbeziehung.

Hinreißend etwa die Vergegenwärtigung des Heiratsantrags, den Paul seiner Angebeteten vor 20 Jahren machte; zu erklären, warum dies im Schottenrock und mit Dudelsackbegleitung vonstatten ging, würde den Rahmen der Rezension sprengen. Ebenso apart die Dia-Reportage über das Wellness-Wochenende der etwas anderen Art – wer sich danach nicht scheiden lässt, ist fürs Leben aneinander geschmiedet. Und kann anscheinend auch noch ganz „andere Missgeschicke“ verkraften, sei es Pauls Chilischokoladen-Allergie und ihre halsbrecherischen Folgen, sei es Annelieses angestrebte Filmemacherinnen-Karriere, die ohne Hilfe aus dem Zuschauerraum nicht zum Walk of Fame führen würde, und vieles andere mehr.

All das ist so fantasievoll erfunden, so schön erzählt, so frech pointiert und mit so meisterhaften Rollenjonglagen gespickt, dass es eine Freude ist.

HNA Korbach/Waldeck vom 19. März 2013

Comedy in Perfektion

Duo „Paul und Anneliese begeisterten im Aus-Zeit-Theater

Das Aus-Zeit-Theater hatte im vollbesetzten ehemaligen Feuerwehrgerätehaus das Comedy-Duo Paul und Anneliese Schmidt zu Gast. Mit Bürgerlichen Namen sind sie Susanne Götze und Michel Fickinger aus Niedenstein, wo sie vor 10 Jahren das Theater KuckAn gründeten. Ihr aktuelles Programm heißt „Wellness und andere Missgeschicke“ das sie in Bergheim präsentierten.

Ob er eine Rock´n Roll-Jonglage mit drei Toilettensaugern oder mit bis zu drei Diabolos an einem Seil in unglaublichen Verrenkungen als „Super P:“ mit coolen Sprüchen wie „Ich bin geprägt von lässiger Eleganz“ zeigt- in seinen Kostümierungen wirkte Paul herrlich schräg.

Und stets gelang es beiden, Alltagssituationen grotesk zu persiflieren. Etwa ihr skurriles Wellness-Wochenende am Dillicher See inklusive Schlammpackung, Gurkenmaske und Reinigungsbad nebst seinem roten Bowler und ihrer bizarren Zweihorn-Frisur mit Schleife.

Lösungen für Alltagsprobleme wie das ständige Vergessen des Portemonaies haben schon mal unerwartete Folgen. Da lässt er sich einen Chip einpflanzen, damit er an der Supermarkt-Kasse nur noch über den Scanner gezogen werden muss, und sie entdeckt, das er dadurch auf die Fernbedienung anspricht und alle von ihm konsumierten Sendungen abspult. Dem Publikum wurde temperamentvoll eine nicht enden wollende Parodie von Sprüchen aus Sex-Werbung bis Tagesschau geboten. Erst als Anneliese ihm den Chip aus dem Oberarm saugte, konnte Paul damit aufhören.

Für ein Casting wurde ein tragisches Heiratsschwindler-Drama mit einer vom Publikum ausgeliehenen „Millionärin“ herrlich inszeniert, wobei schließlich Paul und Kirsa (die Zuschauerin) „tot“ zu Boden sanken.

Zum Abschluss, als manchen Zuschauer das Zwechfell vor lachen schmerzte, bekam das Publikum auch noch etwas Wellness ab. Im Stehen durfte es verschiedene Athemübungen erproben, bis sich alle mit großartigem Applaus für den gelungenen Abend bedankten.

Oktober 2012

Schwere-Los leicht

Ein pastoraler Clown-Workshop mit Susanne Götze von Dr. Diethelm Meißner

Aus Kolleg 3 im Predigerseminar waren in der letzten Septemberwoche immer wieder einmal ungewohnte Töne zu vernehmen: Zeiten angestrengter Stille wechselten mit Momenten, in denen aus den geöffneten Fenstern ein befreites und tiefes Lachen zu hören war. – Eine kleine Gruppe von sieben Pfarrerinnen und Pfarrer und ein Prädikant hatten sich unter Anleitung von Klinik-Clownin Filine (Susanne Götze) auf den Weg gemacht, dem Clown-Sein auf die Spur zu kommen.

Der fünftägige Work-Shop stellte im Jahresprogramm des Predigerseminars einen besonderen Programmpunkt dar. Susanne Götze ist Regisseurin, Schauspielerin und Clownin aus Niedenstein. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie das kleine Theater KuckAn und ist in Sachen „Kleinkunst“ in Nordhessen unterwegs. Das dies alles andere als oberflächlicher Klamauk ist, wird in ihrer Person sehr schnell deutlich: gemeinsam mit ihrem Mann ist sie seit Jahren in Altenheimen und Krankenhäusern unterwegs, mit den Clown-Charakteren „Filine und Bolduan“ besucht sie regelmäßig die Kinderkrebsstation des Kasseler Klinikums.

Für die Teilnehmenden war dieses ungewöhnliche Fortbildungsangebot sehr wohltuend: die eigenen Möglichkeiten entdecken, dem Kind in sich selbst auf die Spur kommen, etwas aufführen, sehen, welche Bezüge es zum Pfarrberuf gibt – das waren nur einige der Erwartungen, die zu Beginn der Woche geäußert wurden.

Am Ende konnte vieles als eingelöst gelten. Vielleicht lässt sich das Fazit so zusammenfassen, dass das Spannendste an diesem Workshop darin bestand, sich selbst etwas genauer auf die Spur zu kommen. Wie das gehen kann, machte Susanne Götze von Anfang an deutlich: das wesentliche Handwerkszeug des Clowns ist nicht der Klamauk oder die gewollte Komik, sondern die Wahrnehmung. Im Laufe der Woche führte sie nach und nach in die drei wesentlichen Wahrnehmungsbereiche ein: Mich selbst und meine Gefühle und Empfindungen – mein Gegenüber, mit dem/der ich agiere – der Raum und die Menschen um uns herum. Die „Kunst“ eines guten Clowns besteht darin, für die eigenen Gefühle und Empfindungen sensibel zu werden, sie wahrzunehmen und sie dann für die „Arbeit“ mit dem Partner oder dem Publikum fruchtbar ins Spiel zu bringen. – Unter Anleitung von Susanne Götze hat das in der praktischen Umsetzung dafür gesorgt, dass aus dem Kollegraum des Predigerseminars immer wieder befreites und erfülltes Lachen zu hören war – und die Beteiligten mit viel Freude bei der Sache waren.

Und das Resümee nach dieser besonderen Fortbildungswoche? Auch wenn in diesen fünf Tagen das Wort „Burn-Out“ nicht zu hören war, stellte dieses Kolleg aus meiner Sicht einen wesentlichen Beitrag zur Burn-Out-Prophylaxe dar. Die Sensibilität für die eigenen Gefühle, die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Erwartungen, die andere oder ich selbst an mich richten – dies ist sicherlich einer der Ansatzpunkte, die im Rahmen von Überforderungssituationen auch im Pfarrberuf zu bearbeiten sind. Doch auch jenseits davon hat diese Woche schlichtweg gut getan: Freude und Genuß am Spielen und Inszenieren, Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Gruppe und nicht zuletzt das befreite Lachen über manch komische Situation und die Wertschätzung der Begabungen, die in uns stecken.

Und vielleicht ist die Haltung des Clowns vom Pfarrberuf doch nicht so weit entfernt, wie das auf den ersten Blick erscheinen mag: Sensibilität für die eigenen Gefühle und für das Umfeld gehören letztlich zum Handwerkszeug eines Pfarrers oder einer Pfarrerin hinzu, sie sind für seelsorgerliche Situationen genauso unverzichtbar wie für die alltägliche Kommunikation.

Homepage der Grundschule Lauenförde

Rosenmontag 2012

Nach der großen Pause hatte im Mehrzweckraum das gebuchte Kleinkunsttheater „KuckAn“ mit Susanne Götze und Michel Fickinger seinen großen Auftritt. Karnevalsgerecht traten sie als Clowns mit ihrem Programm „Bolduan und Filine machen Zirkus“ auf und begeisterten mit ihrer komischen und sehr kindgerechten Vorstellung die Schulkinder bis auf den letzten Platz. Stellenweise drohten einige sogar vor Lachen fast vom Stuhl zu fallen – ein voller Erfolg also!

Der letzte Tango in Gudensberg für „KuckAn um halb Acht“?

Der letzte Tango in Gudensberg für „KuckAn um halb Acht“?

von Rainer Sander/nh24

Montag, den 05. Dezember 2011 um 07:59 Uhr

Gudensberg. Zweimal im Jahr gibt es KuckAn um Halb Acht und dann verwandelt sich der Bürgersaal der Stadt Gudensberg im Rathaus in ein gemütliches Wohnzimmer. O.k., sieht man von der übertrieben schrillen amerikanischen Lichtdekoration ab, ein fast gemütliches Wohnzimmer.

Doch genau das schrille passt ins Programm, denn in ihre gute Stube laden ein: Das Theater KuckAn, genau genommen Paul und Anneliese, dass Comedy- und Jonglage-Duo aus dem Chattengau. Stets sind ausgewählte Künstler, die immer etwas ganz Besonderes bieten – und sich damit aus der breiten Kleinkunst-Masse wohltuend abheben – als Gäste dabei. Handverlesen von den beiden liebenswerten Profi-Künstlern aus dem Niedensteiner Stadtteil Metze.

Eine moralische Weihnachtsgeschichte

Was Paul und Anneliese für ihre Wohnzimmer-Abende „KuckAn um halb Acht einstudieren, mündet meist das nächste Abendprogramm, mit denen die beiden anschließend auf Tour unterwegs sind und ihren Lebensunterhalt verdienen. Diesmal war die Bühne – so kurz vor Weihnachten – genauso geschmacklos geschmückt, wie unzählige deutsche Vorgärten. Mit der Dekoration begann also der humorvolle Theater-Abend, der immer ein klein wenig anders ist als „normales“ Theater und längst sein besonderes Publikum gefunden hat und zwar nicht nur aus dem Chattengau. Das Publikum wurde wie immer sofort einbezogen und zu hören gab es eine „Moralische Weihnachtsgeschichte“.

Stimmen von Heinz Ehrhardt bis Willy Brandt mit Gerd Teuber

Erster Gast des Abends war der Stimmenimitator Gerd Teuber. Er ließ an diesem Abend Heinz Rühmann, Heinz Erhardt, Rudi Carell, Willy Brandt, Didi Hallervorden, und viele andere berühmte Personen zu Wort kommen und mit Gesang auf der Bühne erscheinen. Er begeisterte vor allem in seiner Rolle als Heinz Erhardt, die er bis zum Schluss des Abends nicht ablegte.

Die Gäste von Paul und Anneliese müssen sich stets auf ein Spiel einlassen. In diesem Falle ein munteres Weihnachtsbaumwettschmücken. Mit dabei Kathrin aus dem Publikum. In zwei Mannschaften galt es im Wettbewerb die meisten Christbaumkugeln an den Weihnachtsbaum zu hängen. Kleines Handikap: die Hände durften nicht benutzt werden, eine Gabel im Mund diente zum Aufspießen der Kugeln, die anschließend an dem nadeligen Gewächs abgestreift werden mussten. Eine Übung, die genauso für Heiterkeit sorgte, wie der Wortwitz der Gastgeber über den ganzen Abend.

Auch Super P war wieder da – das Laster mit der Chilischokolade

Nach der Pause wurde es dramatisch Paul verträgt nämlich Chilischokolade nicht und verwandelt sich – hat er trotzdem mal wieder genascht –dann stets in die Figur des „Super P“. In der anderen Rolle erkennt er dann auch seine Partnerin nicht mehr: „bist Du nicht die kleine Dicke aus der Bäckerei“, fragt er und handelt sich vor allem Ärger ein: „Wir hatten so eine schöne Nummer…“ gemeint war natürlich das einstudierte Programm. Ganz und gar nicht spontan sondern ganz sicher einstudiert auch Super-Ps Messer-Jonglage: „das braucht man, wenn man Feinde hat oder verheiratet ist!“

Bevor er wieder zu sich kommt, beweist Paul Schmidt alias Super P seine klassischen Drama-Künste mit Shakespeare. Die inszenierte Verstimmung endet mit der „Schneeflöckchen-Meditation“, zu der das gesamte Publikum mit einbezogen wird, sich artig von den Sitzen erhebt und brav den Übungen folgt.

Virtuoses auf der Glasharfe mit Josephine

Dann der große Auftritt einer kleinen Künstlerin mit einem besonderen Instrument: Josephine und ihrer Glasharfe. Nach ihrem Auftritt erklärt Josephine den Gastgebern, sie mache das schon 17 mal 365 Tagen und die Klänge der Gläser beim Abwaschen entdeckt. In der Tat hat sie sich in 17 Jahren eine bemerkenswerte Virtuosität auf ihrem Instrument erarbeitet. Auch wenn Clownereien zur Show gehören und sie gerne etwas tollpatschig wirkt, es wird wenig Musik vergeben, die mit so viel Gefühl und gleichzeitig Fingerfertigkeit aus Gläsern so viele filigrane Töne entlocken. Mal klingt die Glasharfe wie ein Glockenspiel, mal wie eine Violine, dann wie ein Cembalo. Die Vielseitigkeit verblüfft.

Zu Beginn wird wieder das Publikum einbezogen. Josephine verteilt gestimmte Glasglöckchen im Publikum und dirigiert am Ende die Ode an die Freude aus Beethovens 9. Symphonie. Sie selbst glänzt zum Beispiel mit Mozarts „Alla Turka“. Und zwischendurch muss Wolfgang Mander aus dem Publikum ran. Zu Klängen der Moldau von Svetlana das er in einem Glasbehälter Blasen und wogende Hintergrundgeräusche erzeugen – sehr zur Freude des Publikums, vor allem aber kann er sich selbst das Lachen kaum verkneifen.

Sponsoren willkommen

Zum Schluss wechselte Josefine zum Tango. Hoffentlich war es nicht der letzte Tango für das Theater KuckAn in Gudensberg, denn ohne einen Sponsor könnte diese Veranstaltung bald nicht mehr geben, denn die Stadt Gudensberg muss – wie alle Kommunen – ans Sparen denken und hat den Künstlern das bereits mitgeteilt. Gesucht wird ein Unternehmen, das sich durch Kultursponsoring selbst einen guten Namen machen möchte.

Eine Geschichte vom Lametta bis zum Römischen Reich

Für einen guten Namen ist das Theater KuckAn ganz sicher gut. Wie spontan das Duo sein kann bewiesen sie bei ihrem Schlussspiel mit dem – hoffentlich nicht – letzten Gast Josephine. Aus Begriffen, die das Publikum festlegte, musste eine Geschichte erzählt werden. Von Lametta bis Osterei, von Affe bis Nordpol, von Handy über Leberwurst bis zum Römischen Reich bekamen die drei locker die Kurve. Gudensberg ist zu wünschen, dass es die Veranstaltung genau das ebenfalls schafft.

NH24, Montag, 01. November 2010 um 14:05 Uhr

Wellness – am Dillicher See – und andere Missgeschicke

KuckAn-Premiere im Bürgersaal Gudensberg

von Rainer Sander

Niedenstein/Gudensberg. Sie kommen aus Niedenstein und bereisen von dort aus die theaterbegeisterte Welt. Anneliese und Paul, im bürgerlichen Leben Susanne Götze und Michael Fickinger, sind als Kleinkunst-Traumpaar „KuckAn“ auf großen und kleinen Bühnen zu Hause. Im Sommer oft als Walk-Acts unterwegs, ganzjährig bei Moderationen zu erleben, steht jetzt das Winterprogramm. Im Bürgersaal zu Gudensberg, gab es nun die Premiere von „Wellness und andere Mißgeschicke“.

Die Menschen im Chattengau wissen, was sie an ihren Theaterkünstlern haben und strömen gerne zahlreich zu den Veranstaltungen. So war das Bürgerhaus in Gudensberg zu Recht gut gefüllt. Der Stil von Anneliese und Paul ist wiedererkennbar unverändert, neu sind die Geschichten und die Pointen. Es ist nicht leicht, in einer schnelllebigen Zeit deren Geist so zu treffen, dass Pointen weder abgedroschen klingen noch von der Aktualität überrollt werden. Das Duo KuckAn hat mit seinem neuen Programm den Zeitgeist bestens getroffen. Wir leben in einer Computergesteuerten und zunehmend fremdbestimmten Umgebung, suchen nach Helden, fesselnden Showeffekten und fliehen zur Pflege von Individualität und Seele in die Wellness-Oasen dieser Welt, an denen diejenigen verdienen, die den Zeitgeist schlicht vor uns begriffen haben.

Wesentliches Stilmittel von Susanne Götze und Michael Fickinger ist die Trotteligkeit, mit der sie Situationen und Szenen überspitzen können, ohne dass sie aufgesetzt wirken. Wenn der – wie ein Hund – „gechipte“ (Mikrochip mit Sender unter der Haut zum Aufspüren von Entlaufenen Vierbeinern) Paul auf der Bühne von Anneliese mit der TV-Fernbedienung vor- und zurückgespult wird, ist das eine sehr humorvolle Überzeichnung der schönen neuen „Wer-Kennt-wen-, facebook- und Google-Online-Welt“. In der leben wir an sich ganz gut und komfortabel, aber eine satirische Infragestellung ist nicht nur äußerst amüsant, sondern darf auch gerne sein.

 …. Perfekte Gratwanderung

Diese Gratwanderung beherrschen die beiden Künstler perfekt und die Pointen sorgen für eine Lachsalve nach der anderen. Auch das, was beide am besten können, kommt im neuen Programm nicht zu kurz: Annelieses Gabe, Geschichten so zu erzählen, dass ein völlig anderer Sinn entsteht und Pauls Fähigkeit alles zu jonglieren, was man wieder fangen kann.

Wellness – zurück zu den Wurzeln

Höhepunkt ist die Wiederentdeckung der klassischen Diashow in einer Zeit der Home-Videos auf YouTube und Clipfish.de. Wellness mit Schlammpackung am Strand des Dillicher Sees und Frischhaltefolie gegen Zellulitis, sind eine wunderbar augenzwinkernde Persiflage auf die Sehnsucht nach Wohlfühl-Momenten, die kein Mensch bräuchte, würden er sein Leben so einrichten, dass es ihm immer gut geht. Ein solcher Moment ist auf jeden Fall eine Show von Anneliese und Paul – also: Mehr davon! (rs)

Trottoir II / 2010

Daheim bei Paul und Anneliese

„KuckAn um halb acht“ ist ein zauberhaftes Showformat

von Verena Joos

„KuckAn um halb acht – Show und Talk bei Paul und Anneliese“ heißt eine Kleinkunstreihe, welche in loser Folge den Bürgersaal in Gudensberg zum Bersten bringt.

Theater KuckAn: Das sind die Clownin Susanne Götze und der Jongleur Michael Fickinger.

Mit Paul, sein Markenzeichen ist der rote Bowler, und Anneliese, Brummkreiselkleid und abenteuerlich, aufgeschichtete Paradekissenfrisur, haben sie zwei Kunstfiguren voll liebenswert–verschrobener Biederkeit geschaffen, in deren trautes Heim die große Welt des Showbusiness auf Stippvisite hereinschaut. Ein zauberhaftes Format, das aus dem einfallsreich inszenierten Zusammenprall der Gegensätze seine Funken schlägt.

Beim Walpurgisnacht-Special etwa, von Paul und Anneliese dem Anlass gemäß auf Hexenbesen eingeläutet, war der Mentalmagier Yandaal zu Gast.

Der schwarzgekleidete, „understatementartig“ Noblesse austrahlende Gentleman und das schrille Pärchen mit seiner subversiven Naivität – ein größerer Kontrast ist kaum denkbar. Und doch schaffen es die beiden, Yandaal, nachdem er seine Kunst „pur“ präsentiert hat, in ein ausgeklügelt-akrobatisches Hexenbesenstaffelrennen einzubinden, so, als gehörten derlei skurrile Verrenkungen ebenso selbtverständlich zu seinem Alltag wie Gedanken lesen.

Auch die Steptokokken, Inken Röhrs und Elisa Salamanka, brillierten an diesem Abend, nicht nur mit ihrem gelungenen Mix aus Satire, Comedy, Steptanz, Perkussion und bitterbösen Chanson, sondern, dem Gastgeberpaar sei Dank, auch als begnadete Blindmalerinnen.

Paul und Anneliese eine Bitte abschlagen – das gelingt nicht einmal Bakterien!

Chattengaukurier vom 21.Mai 2009

Paul und Anneliese: Von Gudensberg in die Hessenschau

Fernsehen begleitete Kleinkunstreihe im Bürgersaal

Massagestab für den Kopf und Sinn für schrägen Humor: Wer Paul und Anneliese schon einmal in Gudensberg begegnet ist, weiß, beim Duo vom KuckAn-Theater bleibt kein Auge trocken. Tränen lachen, dazu bot sich am Freitag, den 5. Mai wieder Gelegenheit in Gudensberg. Und diesmal war sogar das Fernsehen mit von der Partie, um einen Beitrag für die Hessenschau zu drehen und über die außergewöhnliche Gudensberger Komik-Kleinkunstreihe zu berichten.

Schon nachmittags waren Paul und Anneliese, begleitet von der Fernsehkamera, in Gudensbergs Innenstadt unterwegs, um für ihre zweite große Show im Bürgersaal zu werben. Als Gastgeber präsentierten sie sich abends in ihrem „Gudensberger Wohnzimmer“, denn Paul und Anneliese laden regelmäßig Kleinkünstler zu sich ein. Clownin Gina Ginella und der Ein-Mann-Chor Marcel Wagner amüsierten nebem dem KuckAn-Theater die Gäste köstlich.

Die nächste Gelegenheit das Duo live zu erleben, besteht am Freitag, den 25. September ab 19.30 Uhr im Bürgersaal. Dann sind Frieda Braun und Gregor Wollny zu Gast. Mit Lockenwicklern im Haar gilt Friedas Liebe den Mitmenschen. Garniert mit den eigenen, schrägen Gedanken tischt sie ihrem Publikum Neuigkeiten aus der Nachbarschaft auf. Brühwarm, zuckersüß und so klebrig, dass garantiert etwas hängen bleibt. Der Komiker und Pantomime Wollny changiert irgendwo zwischen kindlicher Anarchie und dem Charme eines altmodischen Varieté-Faktotums. Seine überbordende Spiellust muss man gesehen haben.

Post von TLT Bad Hersfeld August 2007

Hallo KuckAn,

ich/wir möchten uns auf diesem Wege ganz recht herzlich für die tolle Arbeit anlässlich unseres Tages der offenen Tür bedanken. Sie waren – wie erwartet – eine super Auflockerung und professionelle Unterstützung für den reibungsfreien Ablauf an dem Tag. Jeder war voll des Lobes und der Anerkennung für Ihre Präsenz an diesem Tag.

Also nochmals vielen Dank !!!

Mit freundlichen Grüßen
Udo Jung

Geschäftsbereichsleitung
Gebäude- und Tunnelventilatoren
Bad Hersfeld

Marktspiegel Hessisch Lichtenau vom 04. Juni 2006

Situationskomiker in Hessisch Lichtenaus Strassen

Wer glaubt, das witzige Comedy-Acts wie Atze Schröder oder Rüdiger Hoffmann nur auf den großen Bühnen des Hessentags zu sehen sind, der hat Anneliese und Paulchen noch nicht erlebt. Die beiden Strassenkomiker tauchen immer mal wieder in der Kernstadt Hessisch Lichtenaus auf und gingen schnurstracks auf ihr Publikum zu. Dabei zeigten sie nicht nur verbal, was sie können, sondern stellten auch ihre Fähigkeiten im akrobatischen Bereich (mit Haushaltsgegenständen) unter Beweis. Das sympathische Duo war schlagfertig und offenherzig – wer es live in den Strassen sah, der blieb sofort stehen und musste über seine Kommentare und das auffällige Outfit schmunzeln: „Die beiden sind einfach zum knutschen“, brachte es eine Passantin während einer ihrer Einlagen auf den Punkt.

HNA Hofgeismar vom 07.12.2004

Der Lohn ist ein Lächeln

(Die Kasseler Clowns Filine und Bolduan besuchten die Tagespflege)

…….Pünktlich um 14.30 öffnet sich die Tür und zwei grellgekleidete Personen betreten das Zimmer: Filine und Bolduan sind zu Gast.Bereits zum zweiten mal besuchen die beiden……die Tagespflege der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. „Planen kann man bei solchen Auftritten nicht viel. Wir improvisieren“ erzählt Filine. ……….Filine und Bolduan gehen direkt auf die Menschen zu, beziehen sie in ihre Darbietungen ein. Gerade bei Pflegebedürftigen mit Demenzerkrankungen seien solche persönlichen Erlebnisse wichtig.

………………Vor ihrem Auftritt lassen sich Filine und Bolduan nicht nehmen jeden Zuschauer persönlich zu begrüßen. Hände schütteln, nach dem Wohlbefinden fragen und nette Worte finden – das gehört für die Beiden Kasseler ebenso zum Programm wie Kleinkunst – Einlagen…..mit leuchtenden Bällen und Keulen jonglieren sie, verfolgt von zahlreichen Augenpaaren. Immer wieder untermalen sie Ihre Handlungen durch Witze und lockere Sprüche, die die Senioren mit Klatschen und Lachen belohnen. Nicht immer ist es so einfach. Manche der pflegebedürftigen Menschen kommunizieren aufgrund ihrer Demenzerkrankung nur selten mit ihrer Umwelt. Trotzdem gelingt es Susanne Götze und Michel Fickinger hin und wieder zu ihnen vorzudringen. „ Für uns ist es das Schönste, wenn wir eine Reaktion bemerken – sei sie auch noch so klein.“